Veröffentlicht von Martin Völcker am Do., 4. Jun. 2020 22:12 Uhr

Hier können Sie das Wort zum Tag vom 5.6.2020 nachlesen. Thema: Wenn der Heilige Geist uns tröstet.   Pfarrer Swen Schönheit

Wenn der Heilige Geist uns tröstet

TELEFONANDACHT 5.6.2020 | SWEN SCHÖNHEIT

Pfingsten liegt hinter uns ... Aber hat das irgendetwas Positives bei Ihnen hinterlassen? Wer mit der Kirche verbunden ist, weiß um die Bedeutung von Pfingsten: Wir feiern das Kommen des Heiligen Geistes. Doch in unserer Bevölkerung ist dieses Wissen längst verschwunden: Nach der Geburt von Jesus (die wir an Weihnachten feiern), seinem Sterben am Kreuz und der Auferstehung (am Ostermorgen) kommt nicht mehr viel ...

Doch seien wir ehrlich: Was können wir mit dem Heiligen Geist anfangen? Hat er irgendeine Bedeutung für unser Leben – außer der Tatsache, dass er im Glaubensbekenntnis erwähnt wird und wir jeden Gottesdienst „im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ beginnen?

Bevor Jesus die Erde verließ, hat er seinen Jüngern versprochen: Ich werde euch nicht allein lassen. „Ich komme zu euch!“ (Joh 14,18). Für die Jünger damals war das unverständlich, denn Jesus bedeutete ihnen alles. Manchmal denken wir vielleicht auch: Ich könnte leicht an Jesus glauben, wenn ich damals gelebt hätte, ihn mit eigenen Augen sehen und mit meinen Ohren hören, wenn ich ihn als Mensch erleben könnte!

Doch als irdischer Mensch könnte Jesus niemals für uns alle da sein. Er könnte nicht zugleich an allen Orten dieser Erde Gebete erhören, sich jedem von uns ganz persönlich zuwenden. Aber genau das will er! Und das tut er – damals wie heute! Deshalb hat uns Jesus seinen Heiligen Geist geschickt. Pfingsten bedeutet: Jesus kehrt in anderer Gestalt zurück.

Im Johannes Evangelium finden wir die großen Abschiedsreden: Worte, die Jesus mit seinen Jüngern beim letzten Abendmahl gewechselt hat. (Lesen Sie das einmal nach: vor allem Johannes 14-16!)

„Er wird für immer bei euch sein“, sagt Jesus vom Heiligen Geist. „Er bleibt bei euch und wird in euch sein.“ Und er wird euch „alles Weitere lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe“ (Joh 14,16-17.26).

Können wir das glauben: Der Geist wird in uns sein? Der Heilige Geist wird erinnern, uns lehren und beraten, so wie Jesus es tat? Haben Sie diese innere Stimme des Geistes schon vernommen?

In diesen letzten Worten zum Abschied spricht Jesus viermal vom Heiligen Geist und bezeichnet ihn mit einem bestimmten griechischen Wort: Luther übersetzte es mit „Tröster“. Das griechische Wort parakletos kann aber auch bedeuten: Fürsprecher, Beistand, Helfer, geradezu ein Anwalt, wie man ihn bei einer Gerichtsverhandlung braucht.

Sehnen Sie sich auch danach, dass jemand Sie schützend in den Arm nimmt? Dass jemand Ihnen gute Worte zuspricht? Dass jemand Ihnen beisteht in schwierigen Zeiten, Sie verteidigt und Auswege zeigt? Genau das ist es, was Jesus für uns tun will. Und er tut es durch den Heiligen Geist. Der Heilige Geist lässt uns Jesus spüren. Durch ihn können wir ihn hören. Durch ihn wird Glaube etwas ganz Persönliches: Gott kommt uns nah! Wie gut, dass es Pfingsten geworden ist! Jesus sagt in Johannes 16:

„Es ist gut für euch, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht von euch wegginge, käme der Helfer nicht zu euch; wenn ich aber gehe, werde ich ihn zu euch senden“ (Joh 16,7).

Noch ein letzter Gedanke: Schlagen Sie einmal unser Gesangbuch auf bei den Pfingst-Liedern! Dort wird immer wieder der Heilige Geist angerufen, persönlich angesprochen: „Komm herab! ... Erfülle! ... Tröste und stärke ...!“ So persönlich dürfen wir ihn anrufen. Es lohnt sich!

Pfarrer Swen Schönheit

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